Vinyl-Designbeläge – besser Klicken oder Kleben?

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Vinyl-Designbeläge – besser Klicken oder Kleben?

Nach Umsatzeinbußen in den 80ern Jahren eroberten sich PVC-Bodenbeläge Stück für Stück ihren Platz auf dem Markt für Bodenbeläge zurück. Trotz heftiger Diskussionen um Umwelt- und Gesundheitsfreundlichkeit sind die Absatzzahlen gestiegen. Laut WECOBIS wurden 2011 52,8 Millionen Quadratmeter an PVC- bzw. Vinyl-Designbelägen verkauft. Damit liegt der Bodenbelag immerhin auf Platz 4 im Bereich der Bodenbeläge.
Der Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) kommuniziert im Geschäftsbericht 2013 für Deutschland eine Absatzsteigerung von elastischen Bodenbelägen um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Österreich mit plus 0,4 Prozent und die Schweiz mit plus 2,6 Prozent bestätigen die Entwicklung. Diese positive Entwicklung sei vor allem der starken Nachfrage nach Designbelägen zu verdanken, teilte der FEB mit.
Praktische Klick-Systeme sind nur einer der Gründe für den Anstieg der Verkaufszahlen. Dank dieser Verlege-Technik können Vinyl-Designbeläge um ein Vielfaches schneller und leiser verlegt werden. Doch eignet sich diese Verlege-Technik auch für alle Bereiche oder ist es sinnvoller, zu kleben, statt zu klicken?

 

Quelle: Windmöller/wineo® / Wineo Ambra Multilayer – Vinylparkett

Vielfältige Verlegetechniken erleichtern die Arbeit

Momentan gibt es in Deutschland vier Arten der Verlegung elastischer Bodenbeläge: die vollflächige Verklebung, selbstklebende Verklebung, Verlegung mit Klick-System und die lose Verlegung. Während die vollflächige Verklebung vorrangig bei größeren Flächen bzw. Objekten zur Anwendung kommt, gehören die selbstklebende Verlegung und die Verlegung per Klick-Mechanismus zu den neueren Verlegetechniken, die auch für den privaten Handwerker interessant sind.
Für die vollflächige Verklebung von Vinyl-Designbelägen wird ein ebener, geschliffener Unterboden vorausgesetzt. Bei Neubauprojekten ist ein gut ausgeführter Anhydritestrich ausreichend und spart diese Vorarbeiten. Bei dieser Art der Verlegung wird auf den Unterboden mit einer Zahnspachtel Dispersionsklebstoff aufgebracht und die einzelnen Module nach angemessener Ablüftung ins Kleberbett eingelegt. Die Bildung von Fugen und ein Verrutschen des Bodenbelags sind so später auch bei signifikanten Temperaturunterschieden fast unmöglich.
Bei einem selbstklebenden Bodenbelag ist die Rückseite bereits mit Klebstoff präpariert und durch eine Schutzfolie geschützt (z.B. Gerflor Senso). Zur Verlegung des Bodenbelags muss lediglich die Folie abgezogen und die Vinyl-Planke auf den vorher grundierten Unterboden aufgebracht werden. Diese Verlegetechnik ist auch für ungeübte Heimwerker schnell erlernbar.
Noch einfacher gestaltet sich die Verlegung eines Bodenbelages mit Klicksystem. Hier werden einzelne Planken, Fliesen bzw. Dielen durch das Verklicken von Feder und Nut miteinander verbunden. Die Verlegung ist fast geräuschlos, schnell und schmutzarm, da PVC-Boden-Module durch Anritzen mit dem Cutter und einfachem Abbrechen auf Länge gekürzt werden. Der Bodenbelag kann ohne große Vorbereitung (Höhenunterschiede von max. 3 mm werden mittels Dämmunterlage ausgeglichen) des Untergrundes verlegt und auch wieder zurück gebaut werden.

 

(Quelle: Wicanders – Vinylcomfort HOME – Vinylparkett)

Kleben oder Klicken? Der Untergrund entscheidet

Wenn der Boden nachhaltig und dauerhaft eingebracht werden soll, entscheiden sich auch Privatanwender, die den Bodenbelag von einem Fachmann verlegen lassen, für die feste Verklebung. Auch wenn eine Fußbodenheizung zum Einsatz kommt, ist die Verklebung die bessere Lösung, da die feste Verbindung und die geringere Aufbauhöhe des Bodenbelages zu einer direkten Wärmeübertragung führt. In Mietwohnungen und bei Renovierungsarbeiten von privaten Anwendern sind PVC- bzw. Vinylböden mit Klicksystem die erste Wahl. Mit der oft vorgeschriebenen Dämmunterlage werden Unebenheiten ausgeglichen (z.B. Verlegung auf altem Fliesen-Boden) und die Akustik sowie Verbindungsstabilität des Bodenbelages verbessert. Somit ist hier nur zu entscheiden, ob ein Vinyl-Designbelag (so die Bezeichnung moderner PVC-Boden-Einzelmodule als Fliesen bzw. Planken) als Direktklick-Boden (Aufbauhöhe ca. 6 mm, Klicksystem direkt im Vinyl-Element, Hersteller Wineo, Gerflor, Profilor, Amtico, Adramaq) oder als Vinyl-Parkett (Aufbauhöhe ca. 10 mm, Klicksystem im HDF-Träger, Hersteller: Profilor, Wineo, Vinatura, Parador, Wicanders) eingesetzt werden soll. Selbstklebende PVC-Elemente werden vor allem aus Kostengründen werden. Gerflor Senso und Gerflor Insight XPress (letzteres Produkt kann zurück gebaut werden ) sind in diesem Segment eine gute Qualität. Selbstliegende PVC- bzw. Vinylboden Element kommen vor allem im Messe- und Eventbereich sowie auf temporären Handelsflächen zum Einsatz. Sie bieten eine hohe Nutzungsklasse, sind sehr schnell zu verlegen und schnell zurückbaubar und austauschbar.

Vinylboden Kleben

  • wenn der Wohnsitz auf Dauer bestehen bleibt
  • bei Verwendung einer Fußbodenheizung
  • um beste Raumakustik und höchste Beanspruchung zu erzielen
  • wenn Zeit bei der Verlegung nicht die erste Rolle spielt

Vinylboden Klicken (Klickvinyl)

  • wenn der Wohnsitz sich vielleicht ändert, der Boden zurück gebaut werden muss
  • wenn eine schnelle und staubfreie (kein Schleifen) Verlegung gewünscht wird
  • wenn auf die Verwendung von Kleber verzichtet werden soll
  • wenn die Verlegung in Eigenregie erfolgt

Fazit:

Es gibt keine Universallösung bei der Wahl der passenden Verlegetechnik. Die Verklebung von Designbelägen bringt langfristig einen Qualitätsvorteil, jedoch den Nachteil des festen Einbaus. Die schnellere und emmisionsfreie Verlegung von Designbelägen, der Verzicht auf den Bodenleger, der Verzicht auf Kleber, das leichtere Entfernen des Bodenbelags bei einem eventuellen Auszug aus der Wohnung sprechen für das Klick-System. Im Hinblick auf den Komfort und die Strapazierfähigkeit der verklebten und verklickten Bodenbeläge gibt es jedoch keine großen Unterschiede.

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